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2020 - Skiberge und Kultur im Iran

Kategorie: Bilder und News

Skitouren und Kultur im Iran

„Skitouren im Zagrosgbirge – Berge und Kultur im Iran“ lautet die Ausschreibung, dies klingt schon außergewöhnlich, exotisch und orientalisch. Zu dieser Reise fand sich eine fünfköpfige Gruppe zusammen. Am 20. Feb. flogen wir zu unserm 10-tägigen Trip über Istanbul nach Isfahan. Um 2.00 morgens landeten wir in Isfahan, wir wurden von unserer Agentur in ein Hotel gebracht, erst einmal war Ausschlafen angesagt. So um die Mittagszeit fuhren wir in das ca. 160 km westlich gelegene Zagrosgebirge. Dieser Gebirgszug ist das größte Gebirge im Iran, es zieht sich in etwa von der Türkei, an der irakischen Grenze entlang bis zum Persischen Golf herab, hat eine Länge von über 1500 km. Die höchsten Gipfel erreichen nahe der Großstadt Isfahan eine Höhe über 4400 m. Nach ca. 2 ½ stündiger Fahrzeit erreichten wir Chelgerd ein kleines Dorf auf 2350 m. Eine beeindruckende Fahrt von der kargen und wüstenhaften Landschaft bis zu den schneebedeckten Berge des Zagrosgebirges. Untergebracht waren wir für unsere 5 Tourentage in einer einfachen Pension mit eigener Küchenmannschaft, die uns hervorragend mit geschmackvollen, einheimischen Speisen verwöhnte. Am Abend bekamen wir von unserer Agentur ein T-Shirt überreicht mit dem Aufdruck: „Travel for peace“ (Reise für den Frieden). Trotz aller politischen Spannungen im Vorfeld, die die Reise fast zum Kippen brachte, waren wir wiederum überwältigt von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung. „Willkommen in einem der gastfreundlichsten Länder…“ dieses Zitat eines bekannten Buchautors können wir ausnahmslos bestätigen. Gespannt waren wir nun auf unsere erste Skitour. Nach einer kurzen Fahrt, starten wir bei einem kleinen, tiefverschneiten Dorf, begrüßt von ein paar neugierigen Kindern. Nun ging es mit aufgefellten Skiern los. Bei schönstem Wetter und idealen Schnee- und Temperaturverhältnissen stiegen wir auf über baumfreies, über eine Rinnen- und muldendurchfurchte, großartige Gebirgslandschaft – ideales Skitourengelände, Berge soweit das Auge reicht, wir waren begeistert. Die Gipfel sind zwischen 3000 – 4000 m hoch, leichte bis mittelschwere Skitouren, Höhenunterschiede zwischen 800 und 1400 m. Karten die zum Skitourengehen zu gebrauchen sind gibt es nicht. Bei feinstem Firn konnten wir runter schwelgen bis zu unserem Abholpunkt, ein Auftakt nach Maß. Am nächsten Tag starteten wir von einem anderen Ausgangspunkt. Das Wetter hatte sich verschlechtert, es schneite ein wenig, das bescherte uns eine Pulverschneeauflage. Aufstieg wiederum durch ein unübersichtliches Rinnen- und Muldensystem, man hätte zig verschiedene Möglichkeiten für den Auf- bzw. für die Abfahrt. Wir erreichten einen wahrscheinlich namenlosen Gipfel um die ca. 3200 m. Bei der Abfahrt besserte sich die Sicht, es kam etwas die Sonne raus und wir konnten über schier endlose Pulverschneehänge abfahren – ein wahres Vergnügen. Am dritten Tag wiederum eine prachtvolle Tour, zu einem ca. 3600 m hohen Gipfel, bei schönstem Wetter und Pulverschnee. Die letzten beiden Tourentage waren komplett verregnet, an eine Skitour war nicht zu denken. Wir fuhren nun einen Tag früher nach Isfahan. Wir besichtigten die ca. 200 km nördlich von Isfahan gelegene Stadt Kashan. Kaschan hatte schon seit dem Mittelalter ein bedeutete Keramikindustrie. „Kasi“ heißt so viel wie Fliese, daher leitet sich auch der Name der Stadt ab. Heute besitzt die Stadt eine bedeutende Textilindustrie, die meisten „Perserteppiche“ (Kaschanteppiche) kommen aus dieser Region. Kaschan ist auch ein Zentrum der iranischen Rosenwasserproduktion. Zu besichtigen gibt es hier vieles: u. a. die Herrschaftshäuser reicher Kaufleute aus dem 17. Jahrhundert oder der bekannteste persische Garten der „Fin-Garten“. Für die damaligen Herrscherdynastien diente er als Erholungspark. Am nächsten Tag stand noch die Besichtigung von Isfahan auf dem Programm. Die heutige Provinzhauptstadt zählt knappe 4 Mio. Einwohner. Seine Glanzzeit erlebt Isfahan unter der Dynastie der Safawiden (1501 – 1722), die Isfahan 1598 zu ihrer Hauptstadt machten, in dieser Zeit entstanden zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen. Der Meidan-Iman Platz zählt zu den imposantesten Sehenswürdigkeiten des Vorderen Orients. Er ist mit einer Länge von 500 m und einer Breite von 150 m weltweit der größte Platz seiner Art. Er ist mit einer doppelstöckigen Arkade eingefasst und an jeder Ecke befindet sich eine Prachtmoschee. Der Bazar befindet sich am nördlichen Ende des Platzes. Die Zeit verging wie im Flug. Eine Reise voller bergsteigerischer und kultureller Höhepunkte.

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