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2022 - Skitouren im Dreiländereck - Albanien, Kosovo, Mazedonien

Kategorie: Bilder und News

Skitouren im unberührten und einsamen Dreiländereck - Albanien, Kosovo, Mazedonien

Skitouren im Dreiländereck – Albanien, Kosovo, Mazedonien zählt zu den einsamsten und ursprünglichsten Gegenden Europas, ohne Massentourismus und Apres Skivergnügen. Eine Gruppe von 10 Bergsteigerinnen und Bergsteiger, einige auch aus dem Berchtesgadener Land, flogen von München nach Pristina, die Hauptstadt vom Kosovo. Kosovo ein ganz kleines Land, mit nur 1,9 Mio. Einwohnern entstanden aus der ehemaligen Republik Jugoslawien. Betreut wurden wir auf dieser Skitourenreise von einem einheimischen und ortskundigen Führer. Die ersten drei Skitouren führten uns ins Sharr – Gebirge. Ein Gebirgszug der sich zwischen dem Kosovo und Nordmazedonien auf eine Länge von 80 km erstreckt und Höhen von über 2700 m erreicht. Ausgangspunkt war Prevella, ein kleines Bergdorf auf ca. 1500 m gelegen. Im nahegelegenen Skiort von Brezovica unternahmen wir unsere erste Skitour, mussten aber ca. 200 m unter dem Gipfel wegen starkem Wind und hereinziehenden Nebel umdrehen. Dieses Skiresort war auch als Ersatzort für die olympischen Spiele von Sarajewo 1984 vorgesehen. Dafür war aber der darauffolgende Tag umso besser: eine Skitour zum 2510 m hohen Dovedencia (Aufstieg ca. 1100 Hm / 4 Std.) bei schönstem Wetter. Zuerst durch den landestypischen Buchenwaldgürtel, dann tat sich ein wunderbares Skitourengelände auf, zuerst noch durch einen lichten Lärchenwalde, dann folgte ein überschaubares Muldensystem rauf bis zum Gipfel, der Ausblick auf die Gebirgslandschaft war großartig. Auch die Abfahrt war bei einer leichten Pulverschneeauflage ein Genuss. Eine Skitour geprägt von Einsamkeit und Wildnis direkt an der Grenze zu Mazedonien. Auf unserer letzten Skitour in dieser Gegend kamen wir nicht weit: starker Wind und Nebel zwangen uns zur Umkehr. Am nächsten Tag war ein Stadtbesichtigung von Prizeren angesagt. Die ca. 95 000 Einwohner zählende kosovarische Stadt, wird wie das gesamte Kosovo überwiegend von Albanern bewohnt und ist größtenteils muslemisch geprägt. Im Kosovokrieg (1999) wurde die albanische Bevölkerung von der Unterdrückung der Serben befreit, aber erst 2008 wurde Kosovo ein unabhängiger Staat. Tags darauf fuhren wir nach Albanien in die Korab Berge, ein Grenzgebirge zwischen Albanien und Mazedonien. Im letzten Tageslicht erreichten wir über eine nicht endende Bergstraße unseren Ausgangspunkt für unsere letzten beiden Skitourentage: Besteigung des großen und kleinen Korab. Am nächsten Tag war zwar das schönste Wetter aber es blies in der Höhe ein gewaltiger Sturm, die Schneefahnen über den Bergen waren ein eindeutiges Zeichen. Wir stiegen trotzdem in diese gewaltige Hochgebirgslandschaft auf. Als wir gegen Mittag die Scharte erreichten, entschlossen wir uns die Steigeisen anzuziehen und einen Gipfelversuch über den leicht begehbaren Grat zu wagen. Der Wind ließ deutlich nach und wir konnten ohne große Mühe den Gipfel des Korab erreichen, der mit 2764 m der höchste Berg in diesem Dreiländereck ist. Uns erwartete eine Abfahrt von über 1500 Höhenmeter, die mit Sicherheit zu den Besten in diesem Gebiet zählt. Am nächsten Tag ließen wir diese wunderbare Reise mit der Besteigung des sogenannten kleinen Korab bei besten Verhältnissen ausklingen. Abends wurden wir von unseren Gästehäusern oder Hotels mit albanischen oder kosovarischen Spezialitäten verwöhnt, auch kulinarisch ließ diese Reise nichts zu wünschen übrig. Wir erlebten eine tolle Reise, mit einem durchaus interessanten Gebirge für Skitourengeher, geprägt von Einsamkeit, Wildnis und überaus freundlichen Menschen, ich denke auch mit einem noch vielfach unentdeckten und unerschöpflichen Skitourenpotenzial.

Bergwandern vom Watzmann zu den Drei Zinnen

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