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Skitouren in Kamchatka 2019

Kategorie: Bilder und News

4 Skialpinisten konnte ich für eine Skitourenreise nach Kamchatka vom 22.3. – 31.3.2019 animieren. Als ich nach meiner nächsten Skitourenreise gefragt wurde, konnten die meisten mit Kamchatka nichts anfangen. Die Halbinsel Kamchatka liegt im äußersten Nordosten Russlands. Die etwa 1200 km lange und zwischen 250-300 km breite Halbinsel wird im Westen vom Ochotskischen Meer, im Osten vom Pazifischen Ozean und im Norden von der Beringsee begrenzt. Mit einer Fläche von rund 472'000 km2 ist sie etwas größer als Deutschland und Österreich zusammen.
Durch seine jahrzehntelange Abgeschiedenheit konnte Kamchatka seine außergewöhnliche Natur bewahren. Geprägt wird die Halbinsel durch die Vulkane. 30 aktive und über hundert erloschene Vulkane formten Kamchatka und prägten die Bevölkerung. Diese faszinierende Wildnis am Ostrand Asiens ist ein Paradies für Skitourengeher die das Abenteuer und die Wildnis suchen. Die lange Anreise mit über 11 Std. Flugzeiten und einer Zeitverschiebung von 9 Std. von München über Moskau nach Petropavlosk schreckt viele ab. In der Hauptstadt Kamchatkas leben ca. 180 000 Menschen im ganzen Land ca. 300 000, da kann man sich vorstellen wie dünn das Land besiedelt ist. Am Flughafen wurden wir von unserer Agentur abgeholt. Gleich ging es in ein Hotel unweit vom Flughafen, erst mal zum Ausschlafen. Die ersten vier Tagen verbrachten wir im Avancha Camp auf ca. 850 m. Einfache aber trotzdem gemütliche Holzhütten dienten uns als Unterkunft, in einer davon war sogar mit einer Sauna ausgestattet. Das Camp liegt ca. 12 km von der letzten Ortschaft entfernt am Fusse der beiden Vulane Avancha (2741 m) und Koryakskiy (3456 m).
Mit einem Pistenradrac wurden wir über ein holpriges Flussbett zum Camp gebracht, samt Koch, Guides und Verpflegung, das war schon ein kleines Abenteuer. Am nächsten Tag bestiegen wir den 2741 m hohen Avancha Vulcano, fast 2000 Hm, einen aktiven Vulkan. Die letzten ca. 500 Hm mussten wir zu Fuß mit Steigeisen zurücklegen. Das Glücksgefühl am
Gipfel war unglaublich, aus dem Krater stiegen Rauchwolken auf, die Rundumsicht war grandios: auf den Nachbarvulkan Koryakskiy, auf die umliegenden Berge und dahinter der Blick zum Pazifik. Kamchatka normalerweise bekannt für überaus viel Schnee von ca. 6 – 8 m im Jahresdurchschnitt hatte heuer ausgesprochen wenig Schnee. Bei der Abfahrt hatten wir besten Pulverschnee mussten aber sehr aufpassen, dass unsere Skier nicht zu viel Kontakt mit dem scharfkantigen Vulkangestein bekamen. An den nächsten beiden Tagen stiegen wir in Richtung Korykskiy Vukano auf, bis auf eine Höhe von ca. 2200 m und befuhren zwei unterschiedliche Rinnen ab – Hänge mit ca. 1200 – 1400 Hm. Ein weiterer Aufstieg zum Gipfel ist nur zu Fuß und mit Steigeisen möglich. Die restlichen Tage verbrachten wir in einem kleinen Hotel in Petropavlosk, von dort aus unternahmen wir noch zwei Skitouren in unterschiedlichen Regionen. Nach den Skitouren wurden wir von unserer Begleitmannschaft mit einem einfachen aber doch abwechslungsreichen Lunch empfangen danach konnten wir unsere Muskeln in einem Bad mit heißen Quellen entspannen. Auf dieser exotischen Reise wurden wir auch kulinarisch verwöhnt, mit einheimischen Spezialitäten: u. a. natürlich Fisch, Lachs oder Kaviar. Die beeindruckende Landschaft macht diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis trotz Flugstrapazen, Kälte und Wind.

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Hubert Nagl
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