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Kilimandscharo

Kategorie: Bilder und News

Eine Reisegruppe von 15 Personen machte sich in den beiden letzten Novemberwochen dieses Jahres auf dem Weg nach Afrika, darunter 10 Bergsteiger aus dem Berchtesgadener Talkessel (Aschauer Roserl, Brandner Maria, Koller Robert, Kathi und Ursi Nagl, Stöckl Elisabeth, Christl, Evi und Heinz Zembsch), die Familie Aicher mit beiden Töchtern Anja und Andrea aus Halfing bei Rosenheim und Hans Peter aus München um den höchsten Berg Afrikas zu besteigen.

Der Kibo oder Kili wie er oft nur von Bergsteigern genannt wird, ist einer der höchsten frei stehenden Berge der Welt und ein typischer Vulkanberg. Der Uhuru Peak mit 5895 m ist die höchste Erhebung des Kilimandscharo Massivs. 1889 erreichten der deutsche Geograph Hans Meyer und der österreichischem Bergsteiger Ludwig Purtscheller als erste den Hauptgipfel und nannten ihn Kaiser Wilhelm Spitze. Dieser Name wurde erst 1961 nach der Unabhängigkeit Tanzanias in Uhuru Peak umgetauft.

Um uns besser akklimatisieren zu können, stand zuerst die Besteigung des 4566 m hohen Mont Meru auf dem Programm. Dies erfolgte über 2 Camps: Miriakamba Hütten (2521 m) und Saddle Hut (3566 m). Das sind einfache Holzhütten mit 4 Bettzimmern, Ess- bzw. Kochräumen, Toiletten und Waschhäuschen. Bei beiden Hütten wird Regenwasser in Tonnen gesammelt, es gibt kein frisches Trinkwasser. Nach der Registrierung beim „Lagerranger" konnten wir unsere Herberge beziehen.

Bei beiden Bergbesteigungen hatten wir 2 Köche, mehrere „Guides" und ca. 30 Träger mit dabei. Es musste alles getragen werden von der Verpflegung bis zur Trekkingtasche eines jeden Teilnehmers, die max. 15 kg wiegen darf.

Am Mont Meru wurden wir noch zusätzlich von einem bewaffneten Ranger begleitet. Dies war nicht wegen der hohe Frauenquote in unserer Gruppe, sondern zum Schutz vor gefährlichen Tieren, vor allem vor Wasserbüffeln.

Am Gipfeltag der Mont Meru Besteigung brachen wir um 1.00 Uhr in der Nacht auf. Den schier endlos hinziehenden Gipfelgrat erreichten wir beim Sonnenaufgang, ein faszinierendes Schauspiel, mit Blick auf unser Hauptziel dem Kilimandscharo. Die Besteigung des Mont Meru ist wesentlich schwieriger als der Kili, denn hier ist auch Trittsicherheit gefragt. Zum Teil merkte man schon bei dem einen oder anderen Teilnehmer, die Strapazen des ca. 1000 Höhenmeter Aufstieges auf eine Höhe von über 4500 m. Dennoch erreichten fast alle Teilnehmer nach ca. 6-Stunden glücklich und zufrieden den Gipfel des fünfthöchsten Berges Afrikas.

Unsere beiden Köche bereiteten uns immer ein hervorragendes Essen, zum Frühstück gab es Pfannkuchen, Toast, Omelett und Porridge, tagsüber gab es etwa zur Mittagszeit eine warme Mahlzeit das sogenannte „Lunch" und abends dann ein 3 – Gänge Menü. Nur an den beiden Gipfeltagen mussten wir eine Brotzeit und natürlich unsere Thermoskanne mitnehmen.

Bei der Mont Meru Besteigung waren wir insgesamt 4 Tage unterwegs, danach ging es nach einer 2 stündigen Busfahrt zurück in unser Hotel in Moshi, dort erwartete uns schon die heiß ersehnte Dusche und abends ein kräftiges Buffet. Zum Ausrasten war keine Zeit. Nachdem unsere Trekkingtaschen neu gepackt waren, gings gleich am nächsten Tag wieder los. Nach einer 3 stündigen Busfahrt erreichten wir Rongai, der Ausgangspunkt für unsere Kilimandscharo Besteigung. Der Aufstieg erfolgte über die sogenannte Rongai Route (Lager I auf 2800 m, Lager II auf 3800 m, Kibo Hütte auf 4750 m) und der Abstieg über die Marangu Route (Horombo Camp auf 3720 m, weiter nach Marangu auf 1700 m zum Endpunkt), insgesamt 5 Tage. Übernachtet wurde in Zelten.

Das Besondere bei der Kilimandscharo Besteigung, ähnlich wie am Mont Meru, ist die Durchwanderung aller fünf Klima- und Vegetationszonen. Bis ca. 1800 m die Kulturzone mit Plantagenanbau, Ackerbau und Viehzucht, bis ca. 2800 m der Regenwald, bis ca. 4000 m Hochheide und Moorlandschaft, bis 5000 m Stein- und Lavawüste, Eis und Gletscher bis in die Gipfelregion.

Am Gipfeltag brachen wir kurz nach Mitternacht auf und beim Sonnenaufgang erreichten alle 15 Teilnehmer, zum Teil etwas erschöpft, aber doch überglücklich den Kraterrand den sogenannten Gilmanns Point auf 5681 m. Damit hat man offizielle den Kilimandscharo bestiegen. Der Kraterrand fällt hier steil ab, dahinter erhebt sich der eindrucksvolle Stufengletscher. Den Kraterrücken nach Süden folgend erreicht man zuerst den Stella Point (5745 m) und dann die höchste Erhebung des Kilimandscharos, den Uhuru Peak (5895 m), den immerhin noch 10 Teilnehmer bestiegen. Ein gewaltiges Erlebnis der gigantische Sonnenaufgang, die einmalige Kraterlandschaft am Gipfel und die Sicht ins afrikanische Tiefland. Der Abstieg zur Kibo Hut auf 4750 m ging rasend schnell über Lavasand und eine ca. 800 Höhenmeter lange feine Sandreise. Nach einer Rast in unseren Zelten und Stärkung durch eine gute Mahlzeit, begaben wir uns auf den Weiterweg und erreichten in ca. 2 Std. die Horombo Hütte (3720 m). Gut ausgeschlafen und vor allem mit dem „Gipfel in der Tasche" konnten wir den weiteren Abstieg über die stark ausgeprägten Vegetationszonen in vollen Zügen genießen und erreichten nach ca. 5 Std. den Endpunkt unserer Kilimandscharoreise, das Marangu Gate (1855 m). Als erstes gab es mal das langersehnte Cola und Bier. Nach einer 2 – stündigen Busfahrt kamen wir in unserem Hotel in Moshi an.

Nun konnte man ganz entspannt an die 3 tägige Safari rangehen. Zuerst wurde der Manyara Nationalpark, mit dem gleichnamigen See besichtigt. Wir waren mit Jeeps unterwegs, das Dach wurde hochgeschoben und somit konnte man die vielfältige Tierwelt des Nationalparks in freier Wildbahn beobachten: Elefanten, Zebras, Giraffen, Wasserbüffeln, Gnus, Löwen und vieles mehr. Dies war für jeden ein Erlebnis der besonderen Art. Untergebracht waren wir auf der Safari in komfortablen Zweimann Zeltcamps.

Am nächsten Tag wurde der Ngorongoro Krater besichtigt. Ehemals ein riesiger Vulkanberg in der Größenordnung des Kilimandscharos der in sich zusammenbrach (Einbruchkrater). Der Kraterboden liegt auf 1700 m, hat einen Durchmesser von ca. 19 km und die Seitenwände sind zwischen 400 und 600 m hoch. In den Kraterboden fuhren wir mit unseren Jeeps runter und konnten uns die Tierwelt in freier Wildbahn anschauen. Hier leben u. a. ca. 4000 Büffel, 3000 Gazellen, 15000 Weißbart – Gnus, insgesamt ca. 25000 Tiere. Auch Löwen und Nashörner bekamen wir zu Gesicht. Bevor wir in den Krater fuhren, konnten wir noch ein Massai Dorf (afrikanischer Volksstamm) gegen einen kleinen Obolus, besichtigen.

Am letzten Tag unserer Safari besuchten wir noch den Tarangire Nationalpark der eine Fläche von 2600 km2 aufweist, zum Vergleich unser Nationalpark in Berchtesgaden hat eine Fläche von 210 km2. Am nächsten Tag flogen wir zurück in die Heimat mit sehr vielen unvergesslichen und beeindruckenden Erlebnissen „im Gepäck".

Bergschule Watzmann
Hubert Nagl
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