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Nepaltrekking - Tilichorunde im Annapurnagebiet

Kategorie: Bilder und News

Nach der anstrengenden Flugnacht, wurden wir am Flughafen in Kathmandu von unserer einheimischen Agentur mit Blumenkränzen und einem freundlichen „Namaste" empfangen. Gleich auf der Fahrt ins Hotel, konnten wir Kathmandu „live" erleben: dichtes Verkehrsaufkommen, Hupkonzerte, Abgase und Staub, Menschen unterschiedlichster Volksgruppen am Straßenrand. Gott sei Dank, lag unser Hotel etwas außerhalb. Nach einem kurzem Ausschlafen, gings gleich auf Entdeckungsreise: zu fuß erkundeten wir ein paar wunderschöne, neu erbaute Gompas (Klöster).


Am nächsten Tag war ein Besichtungsprogramm angesagt. Bodnath ist die größte Stupa des Landes. Bodnath bildet das religiöse Zentrum des tibetischen Budhismus, denn nach dem Einmarsch der Chinesen 1950 in Tibet suchten viele Tibeter Zuflucht in Boudha. Weiter gings nach Pashupatinath, dort liegt einer der heiligsten Tempel des hinduistischen Subkontinents, der nur von Hindus betreten werden darf. „Ungläubige" können nur einen Blick durch das Eingangstor erhaschen. In unmittelbarer Nähe fließt der heilige Fluss Bagmati, dort finden Toten Verbrennungen statt. Neben Bodnath ist Swayambunath das wichtigste buddistische Heiligtum in Kathmandutal. Es liegt auf der Kuppe eines Berges und ist weithin sichtbar. Mittelpunkt des Heiligtums ist der Swayambhu Stupa mit den Augen der göttlichen Allgegenwart.


Nach dem Stadttrubel und dem immer wieder interessanten Besichtigungsprogramm, ging es nun endlich los. Nach einer 7 std. Busfahrt erreichten wir Besisahar, hier verluden wir unsere Trekkingausrüstung auf geländegängige Jeeps und weiter gings in einer ca. 2 std. Schaukelfahrt nach Bhulbule, dort schlugen wir unsere Zelte für das Nachtlager auf. Versorgt wurden wir von unserer sehr guten Küchenmannschaft (1 Koch und 5 Küchenjungen). Allesamt Sherpas aus der Gegend um Kari Kohla im Solu Kumbhu (Eversest) Gebiet. Am nächsten Tag trafen 16 Träger ein, aus dem Langtanggebiet. Nun wanderten wir 3 Tage entlang des Marshyangdiflusses, dem normalen Annapurnatrekk, durch die Orte Jagat, Dharapani und Koto (2600 m). Die Wege führten uns durch viele Reis- und Getreidefelder, durch malerische Dörfer, vorbei an buddistischen Bauten und über gewaltige Hängebrücken. Wir konnten der einheimischen Bevölkerung zusehen bei der Ernte, wie sie in ihren Behausungen wohnten und kochten, wie sie ihre Behausungen bauten, zusehen den spielenden Kindern – einfach mittendrin im täglichen Leben – alles „live". Sogar mobile „Sägewerke" konnten wir in der sehr waldreichen Annapurnaregion bestaunen, hier wurden Bretter und Riegel aus den Stämmen geschnitten – alles ohne Maschinen. Das Tragen nur mit einem Band über den Kopf, von Lasten mit bis zu 60 / 70 kg ist ihr Lebenselixier.

Ein normaler Trekkingtag beginnt um 6.00 Uhr mit dem Weckruf „Good morning", dann bringen 2 Sherpas heißen Tee an die Zelte und lauwarmes Wasser für die Morgenwäsche. Nachdem der heiße Tee geschlürft war beginnt das Zusammenpacken der Schlafutensilien in die Trekkingtasche, das wird aber mit der Zeit zur Routine. Vor dem Frühstück muss das Trekkinggepäck fertig sein, denn die Träger verzurren 2 Trekkingtasche, evtl noch ein Zelt, alles zusammen ca. 40 kg und ab geht's auf die nächste Etappe.


Nach einem reichhaltigen Frühstück, das uns von der Küchenmannschaft zubereitet wurde, marschierten auch wir zu unserem nächsten Etappenziel. Meistens gab es zur Auswahl: Pfannkuchen, Chabatti (tibetisches Brot), Omlett, Porridge oder Müsli und natürlich Getränke: Tee, Kaffee oder Kakao.


Nachdem wir ca. 3 - 4 Std. auf dem Weg waren, hat uns die voraus eilende Küchenmannschaft ein schmackhaftes „Lunch" zubereitet, bei einer Lodge oder bei einem Flusslauf. z. B. Kartoffeln, Käse, Gemüse, etwas Salat und einen heißen Orangensaft.


Abends gab es dann ein richtiges 3-gänge Menü: Suppe, Hauptgericht und Nachspeise. Es verwunderte uns immer wieder, was für ein variables und schmackhaftes Essen der Koch aus seinen Vorräten und seiner einfachen Küchenbehausung hervor zauberte. Verpflegung, Kocher, Kerosin und Kochzelt wurde von der Küchenmannschaft getragen.
Auch der Straßenbau hat hier im Annapurnagebiet nicht halt gemacht. Ziel des Projekts ist eine durchgehende Jeeppiste von Besinahr bis nach Manang bis 2020. Teile des Projekts sind schon umgesetzt und befahrbar. Der Zauber der ursprünglichen Umrundung des gewaltigen Annapurna – Massivs ausschließlich zu Fuß geht durch den Bau der Straße Stück für Stück verloren. Bei den Lodgebesitzern spürt man förmlich eine deprimierte Stimmung, denn eines Tages werden fast alle Trekkingtouristen mit dem Jeep vorbeifahren.


In Koto verlassen wir den Annapurnatrekk und wandern in 2 Tagesetappen entlang des Nar Kohla (Fluss) über Dharmsala bis nach Meta (3630 m). Auf diesem Weg gehen wir meist tief unten im engen Tal. Immer wieder bringen uns Brücken auf die jeweils besser begehbare Flussseite. Zum Teil sind die Wege in den Felsen gehauen und ausgesetzt, mit einem grandiosen Tiefblick auf dem Nar Kohla. Lodgen gibt es hier kaum mehr, deshalb sind hier Zelte notwendig.


Das nächste Etappenziel war die Ortschaft Nar auf 4190 m gelegen. Schon das Eingangstor und die Begrüßungs Chörten verhießen etwas Besonders von diesem Ort. Auf fast 4200 m war es hier sehr karg, aber trotzdem wird durch ein kluges Bewässerungssystem auf den Terrassen Weizen angebaut. Wir kamen gerade richtig zur Ernte: zum Dreschen von Weizen und die Trennung durch den Wind von Weizen und Spreu. Zum Pflügen der Äcker war ein alter Holzpflug dienlich, der von Yaks gezogen wurde. Zu Besichtigen gab es in Nar, vier Gompas (Klöster) die ca. 500 Jahre alt waren. Das nächste Etappenziel war sehr kur, auf leicht verschneiten Wegen, erreichten wir nach ca. 3 Std. eine unbewohnte Alm (Karkha), auf ca. 4610 m. Wegen einer guten Anpassung an die Höhe (Akklimatisation), ist es gut geringe Höhenunterschiede zu bewältigen (nicht mehr als 500 Hm pro Tag). Am nächsten Tag erwartete uns der erste Höhepunkt mit der Besteigung des 5312 m hohen Kangla ( La = Pass). Am Pass angelangt hatten wir eine grandiose Aussicht auf das Annapurna Massiv und ins Marsyangdi Tal. Es folgte ein langer Abstieg über Schotterfelder bis auf ca. 3800 m. Für die nächsten beiden Tage stand der Aufstieg ins Basislager vom Chulu Far East (4950 m) und die Besteigung des Chulu Far East (6051 m) auf dem Programm. Den Gipfel zu besteigen mussten wir leider auf ca. 5700 m wegen offensichtlicher Lawinengefahr aufgeben. Ca. 50 cm Neuschnee auf einer ca. 10 cm dicken Schwimmschneeschicht, im ca. 35 – 40 Grad steilen Gelände, meine Lawinenbeurteilung ließ keinen anderen Entschluss zu, dies wurde auch von den Teilnehmern ähnlich gesehen.


Nach 2 weiteren Tagen erreichten wir Manang (3540 m), einem größerem Ort am Haupttrekk. Gleich nach Manang verließen wir wieder die Hauptroute und erreichten über Khangsar und dem Tilicho Base Camp in 2 Tagen den Tilichio See (4950 m). Die Krux der letzten Etappe war die Querung eines erdrutschgefährdeten Hanges. Wegbauer haben das abschüssige, lose Gelände feinsäuberlich mit dünnen Holzstecken abgestützt. Den Tilichio See erreichten wir bei Nebel, wir übernachteten allesamt in einem Teehaus nahe am See. In der Nacht hielt uns noch eine aufwendige Suchaktion in Atem. Als gegen ca. 20.00 Uhr unser Sherpa zu mir kam und mir klar macht, dass zwei Küchenjungen vom Wasserholen noch nicht zurück sind. Ich wunderte mich schon, weil unser Koch nichts zu Essen bereitete, aber ohne Wasser ist dies nicht möglich. Als die Jungs zum Wasserholen gingen, war noch dichtester Nebel. Nach einer 4 stündigen Suchaktion konnten wir die beiden Burschen wohlbehalten finden, Sie hatten sich im Nebel hoffnungslos vergangen.


Am nächsten Morgen war strahlendes Wetter, wir erlebten einen gigantischen Sonnenaufgang am höchst gelegen See der Welt. Unsere vorletzte Trekkingetappe führte uns über 3 Fünftausender Pässe, immer wieder mit herrlichen Blick auf den See und den darüber liegendem Tilichi Peak (7134 m). Der letzte Abstieg hatte es nochmals in sich, es mussten Fixseile durch die teils vereisten steilen Passagen gelegt werden. Den Trägern, die zum Teil nur mit Turnschuhen ausgerüstet, mussten einzeln über die verschneiten Passagen mit ihren schwerem Gepäck geholfen werden. Nach einem langen Tag erreichten wir mit dem letzten Tageslicht unseren Lagerplatz auf ca. 3800 m. Am letzten Trekkingtag erfolgte der Abstieg in ca. 4 Std. nach Jomson (2700 m). Hier nächtigten wir in einer sehr guten Lodge. Zum letzten Mal wurden wir von unserer Küchenmannschaft verköstigt, Sie zogen nochmals alle Register ihres Könnens. Nach der Verlosung von Ausrüstungsgegenständen für unsere Begleitmannschaft, gab es noch ein berauschendes Abschlussfest mit Tanz und Chang (nepalisches Bier).
Am nächsten Morgen ging es in einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Bus durch das Kali Gandaki, die tiefste Schlucht der Welt (zwischen Annapurna und Dhaulagiri) nach Beni. Weiter gings nach Pokhara, eine moderne Stadt, hier stand noch eine Besichtigung auf dem Programm: Devis Wasserfall und Himalaya Mountain Museem. Nach einer 7 - stündigen Busfahrt erreichten wir Kathmandu, am nächsten Tag besichtigten wir Baktapur eine der drei Königsstädte, ehe wir mit einem Nachtflug wieder die Heimat erreichten. Wir konnten von Nepal Eindrücke und Erlebnisse mit nach Hause mitbringen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.


Für das Jahr 2013 ist ein leichtes Trekking in Nepal ins Langtang / Helambugebiet geplant, siehe mehr unter www.bergschule-watzmann.de oder Tel 08657 711.

Bergschule Watzmann
Hubert Nagl
Am Forstamt 3
83486 Ramsau b. Berchtesgaden
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