Taumfirn unter afrikanischer Sonne
Skitourenreise am Rande der Sahara vom 14.03. – 22.03.2010
Unter Marokko stellen sich die meisten Leute – Sonne, Sahara, Meer…oder ähnliches vor, aber Skitouren, das überschreitet die Vorstellungskraft mancher.
Unter Insider sind Skitouren in Marokko schon längst bekannt.
Das Gebirge des Hohen Atlas erstreckt sich von der atlantischen Küste bis zur marokkanischen, algerischen Grenze, auf eine Länge von ca. 800 km und besitzt einige Gipfel über 4000 m – der Jebel Toubkal ist der höchste Gipfel mit 4167 m.
Das Atlasgebirge bildet auch eine markante östliche – westliche verlaufende Wetterscheide zwischen dem feuchten Klima des äußersten Nordens Westafrikas und der extrem trockenen Sahara.
Wir waren eine Reisegruppe von insgesamt 9 Personen, überwiegend Skibergsteiger aus dem Berchtesgadener Raum.
Nach der Landung in Marakesch, erfolgte eine 1 ½ std. Weiterfahrt mit dem Bus nach Imlil – eine kleines Berberdorf am Rande des Hohen Atlasgebirges.
Am nächsten Tag wanderten wir durch mehrere Berberdörfer nach Tascheddirt, ebenfalls ein kleines Berberdorf auf ca. 2300 m. Unser Ausgangspunkt für die ersten beiden Skitourentage war eine neuerbaute, für marokkanische Verhältnisse sehr komfortable eingerichtete Hütte des Club Alpin Francais. Im Hohen Atlas leben überwiegend Berber, so bezeichnen sich afrikanische Volksstämme mit eigener Muttersprache.
Die ersten beiden Skigipfel waren der Igouenouance (3882 m / 1600 Hm) und am nächsten Tag der Likemt (3555 m / 1200 Hm). Wir befanden uns auf einer Komfortskitourenwoche: die Skier und Skischuhe wurden uns von Mulis, ca. 1 Std. Gehzeit, bis zum Beginn des Schnees hingetragen und selbstverständlich nach der Tour auch wieder zur Hütte gebracht.
Der Schnee war in den frühen Morgenstunden eisenhart gefroren, die steileren Passagen mussten mit Steigeisen bewältigt werden, was schon eine gute Kondition voraussetzt.
Um die Mittagszeit taute die afrikanische Sonne die Schneeoberfläche zum „Idealfirn“ auf, gleichmäßig von oben bis unten, schwelgten wir juchzend zu Tale.
Nachdem wir nach den ersten beiden Skitourentagen vom marokkanischen Firn und von unseren Begleitern mit marokkanischen Köstlichkeiten verwöhnt wurden, stand nun der Wechsel zur Neltner oder auch Tobkalhütte (3200 m)auf dem Programm.
Schon alleine der Anstieg zur Hütte (1500 Hm / ca. 5 Std.) war ein Erlebnis, vorbei an der Einsiedelei Chamharouch, vorbei an verschiedenen Berberständchen, hier konnte man sich mit erfrischenden Getränken oder sogar mit frisch gepressten Orangensaft verköstigen. Die Mulis brachten unsere Ausrüstung bis zur Schneegrenze (auf ca. 2600 m), nun ging es bei uns weiter mit Fellen, unsere restliche Ausrüstung wurde von Trägern zur Hütte gebracht.
Die Neltener Hütte ist wegen der umliegenden Viertausender das Herzstücks des gesamten Gebirges und daher auch sehr stark frequentiert.
Unsere nächsten beiden Skitourentage wurden von grandiosen Skiviertausendern gekrönt. U. a. bestiegen wir den Jebel Toubkal, den mit 4167 m höchste Berg im Hohen Atlas. Die Aussicht von der Gipfelbarke war grandios: Rings um diesen Gipfel stehen die übrigen Viertausender, nach Süden verliert sich die Sicht über die Berge tief hinein in die Sahara. Runter ging es Schwung an Schwung in butterweichen Firn über großzügige Muldensysteme oder zum Teil auch steilere Schneeflanken.
Nach dem letzten Skitourentag stiegen wir nach Imlil ab, anschließend ging es weiter mit dem Bus nach Marakesch.
Am letzten Tag stand ein Besichtungstag der ca. 800 000 Einwohner umfassenden Metropole auf dem Programm: orientalische Bauarchitektur, rote Lehmhäuser, grüne Palmengärten und nicht zuletzt der Souk: der weltgrößte Markt in seinen Gassen und Hintergässchen der ein Einzigartigkeit sucht.
Diese Skitourenreise wird auch wieder im nächsten Jahr angeboten:
Mehr Infos demnächst unter www.bergschule-watzmann.de / Skitourenreisen.
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