Erfolgreiche Expedition zum Aconcagua 6962 m vom 25.11. - 19.12.2010
Sturm am Aconcagua
Der Aconcagua ist mit 6962 m der höchste Berg in Südamerika und des amerikanischen Kontinents. Er liegt in den argentinischen Anden, Nahe der chilenischen Grenze. Am 14. Jan. 1897 erreichte der Schweizer Bergführer Mathias Zurbriggen als erster den Gipfel, er war Teilnehmer der britischen Expedition von Edward FitzGerald.
Am 25. Nov. machte sich eine Gruppe von 13 Bergsteigern, aus dem Berchtesgadener, Tegernseer, Haushamer und Traunsteiner Raum auf dem Weg nach Südamerika.
Nach der Landung im argentinischen Mendoza besorgten wir uns bei der Nationalparkverwaltung die Permits für die Besteigung des Aconcaguas. Das Permit kostet zwischen 300 – 500 $, je nach Besteigungssaison.
Wir hatten eine Überschreitung des Berges vor, d. h. Anmarsch über das Vacas Tal zum Basislager Argentina, dann über die Guanacos Traverse bzw. eine Gruppe wollte über den Polengletscher den Gipfel erreichen, Abstieg zum Basislager Plaza de Mulas, weiter duch das Horconestal zum Ausgangspunkt.
Der Anmarsch zum Basislager dauerte 4 Tage. Genächtigt wurde in 2 Camps:
Pampa de Lena 2800 m und Casa de Piedra 3200 m, hier wurden wir von unserer einheimischen Agentur voll verpflegt, unsere Ausrüstung wurde bis zum Basislager von Maultieren getragen. In einem gemütlichen Tempo benötigten wir für die Etappen ca. 5 – 6 Std.. Im Lager Casa de Piedra legten wir noch einen Akklimatisationstag ein, an dem wir einen namenlosen 4000er bestiegen, der uns einen tollen Blick auf dem Aconcagua bescherte.
Das Paza de Argentina (Basislager) ist ca. 4300 m hoch. Nachdem wir die Formalitäten erledigt hatten: Registrierung bei den Rangern und die ärztliche Untersuchung, konnte die Besteigung beginnen.
Am Rasttag wurde die Ausrüstung zusammen gestellt: Verpflegung und Benzin für ca. 6 Tage, die Kocher und Zelte überprüft und die Zusammenstellung der persönliche Bekleidung. Ab dem Basislager sind wir auf uns gestellt, d. h. alles muss selbst getragen werden.
Unser Expeditionstaktik war wie üblich: jede Etappe zweimal, Lastentransport und beim zweiten Aufstieg das Zelte und die restliche Ausrüstung nachziehen, somit ist ein optimale Akklimatisation gewährleistet.
Auf diese altbewährte Taktik wurde Lager I auf ca. 5000 m errichtet. Von hier aus wollten wir auf 2 Routen den Berg besteigen:
5 Teilnehmer wollten über den anspruchsvollen, bis zu ca. 50 Grad steilen Polengletscher den Gipfel erreichen. Sie machten sich am nächsten Tag auf zum Polenlager II auf ca. 5800 m. Am Lager II angekommen, konnten die 5 Bergsteiger den Polengletscher genau einsehen, es stellte sich heraus, dass die Polenroute zuviel Blankeis und zu viele Gletscherspalten aufwies, somit entschlossen sie sich über die falsche Polenroute (travisiert zum Normalweg) den Gipfel zu besteigen. Dies gelang am darauf folgendem Tag: Jaud Sepp, der konditionsstarke Mann aus Jachenau, wird scherzhafterweise von seinen Freunden als „unser Spurgerät“ genannt, Christoph Graf von Preysing und unseren Expeditionsarzt Raimund Lechner. Kurz Anton und Engl Hans, immerhin 2 Achttausender Bergsteiger erreichten auf Grund der „Speedbesteigung“ nicht ganz den Gipfel. Engl Hans ist überigens der erste Deutsche, der kurz nach Messener und Habeler den Mount Everest ohne Flaschensauerstoff bestieg. Die beiden probierten es am darauffolgendem Tag noch einmal, Sie campierten im Lager „Cholera“ auf ca. 6000 m. Auf Grund des starken Windes mussten die beiden wieder umdrehen, im Lager angelangt, stellten Sie fest, dass ihr mit beinahe 20 kg schweren Steinen befestigtes Zelt samt Inhalt (Schlafsack, Matte, Fotoapperat,…) weggewehte wurde. Den beiden blieb nichts anderes übrig, als ins Basislager Plaza de Mulas abzusteigen.
Der Rest der Gruppe lies es etwas gemächlicher angehen. Wir transportierten unsere Ausrüstung zum Camp III auf ca. 5500 m. Am nächsten Tag legten wir auf Lager I einen Ruhetag ein. Ein Bergführerkollege aus Deutschland Härter Günther (Top Mountain Tours) war ebenfalls mit einer Gruppe auf Lager I.
Mit Satellitentelefon ausgestattet erfuhren wir von Härter Günther immer den aktuellsten Wetterbericht. Die Windprognosen waren äußerst ungünstig, Windgeschwindigkeiten von 100 – 160 Km/h waren für die nächsten 3 Tage prognostiziert. Mein Plan stand fest – Absteigen ins Basislager und dort abwarten. Für den größten Teil der Gruppe bedurfte dies noch einiger Überredenskünste, denn momentan war schönstes Wetter und fast kein Wind.
Als einer sagte: „am Watzmann geht man auch nicht bei einem Wind von 120 Km/h rauf“ war der Knoten geplatzt und alle stiegen ins Basislager ab. Im Basislager wurden wir von unserer Agentur bestens verpflegt und wir konnten uns in den großen Essenszelten aufhalten. Die Zeit vertrieben wir uns mit Kartenspielen, wenn der Wind es zuließ unternahmen wir auch kleine Spaziergänge mit Bouldereinlagen.
Am Samstag war der stärkste Wind angesagt, was auch im Basislager deutlich zu spüren war: um kurz nach 7.00 Uhr, fegte eine Böe durchs Basislager, mehrer Essenszelte wurde komplett zerstört und alle Toilettenhäuschen durch die Luft geschleudert. Am Sonntag ließ der Wind nach und wir stiegen erneut ins Lager I auf. Für die nächsten 2 Tage war windstilles Wetter angesagt, für Mittwoch mittlere Windgeschwindigkeiten von 40 km/h.
Unser Plan sah nun wie folgt aus: am Montag Aufstieg zum Camp III auf 5500 m, weiter mit voller Ausrüstung zum Camp Cholera auf knapp 6000 m. Dieser Plan wurde auch in die Tat umgesetzt. Nach einer schlaflosen Nacht brachen wir um 5.30 Uhr auf zum Gipfel. Nach ca. 8 Std. anstregendem Aufstieg erreichten mit mir 6 Teilnehmer (Christl Zembsch, Hannes Jorda, Hans Votz, Peter Aicher, Gerald Kroschinki und Werner Engelmann) den höchsten Punkt des amerikanischen Kontinents bei absolut windstillem Wetter. Wir verbrachten eine weitere Nacht auf dem Camp Cholera.
Die restlichen Expeditionstage verliefen planmäßig, Zeitreserven waren zur Gänze erschöpft. Am nächsten Tag Abstieg ins Basislager Plaza de Mulas, tags darauf erfolgt der ca. 30 km lange Rückmarsch über das Horcones Tal zur Zivilisation mit warmer Dusche. Die Busfahrt nach Santiago die Chile war ein echtes Erlebnis: für die ca. 250 km langen Strecke benötigte wir den ganzen Tag: an der Grenze zwischen Argentinien und Chile wurde unser Gepäck auf schärfste „gefilzt“, zwei Äpfel und eine Wurst wurden beschlagnahmt, auch die Rauschgifthunde beschnüfelten unser Expeditionsgebäck. In der Hauptstadt Chiles angekommen, erhielten wir eine kostenlose Stadtrundfahrt, da unser Fahrer das Hotel erst auf größeren Umwegen fand. Im Hotel angekommen, gab es ein herzliches Wiedersehen mit den anderen Expeditionsteilnehmern, die sich in der Zwischenzeit am Pazifik vergnügt hatte.
Am Heimflugtag besichtigten wir noch die 22 m hohe San Cristobal Statue auf dem gleichnamigen 880 m hohen Hügel über der Hauptstadt von Chile, somit ging eine rundherum erfolgreiche Reise zu Ende.
Aufstieg zum Basislager Plaza de Argentina (4200 m)





Austieg zum Lager I (5000 m) und Lager Cholera (6000 m)



am Gipfeltag



Baislager Plaza de Mulas (4300) und Rückmarsch duch das Horcones Tal




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